Die Wochenschau 03-2010

  • Auf Pillen gegen die Multiple Sklerose haben Patienten schon seit langem gewartet. Noch müssen sie sich nämlich Interferone spritzen, um den Verlauf der Krankheit wenigstens zu verlangsamen. Nun berichtet das New England Journal of Medicine jedoch über Erfolge mit zwei Substanzen, die man schlucken kann und die trotzdem die Blut-Hirn-Schranke überwinden: Cladribin und Fingolimod haben in klinischen Studien der Phase III ihre Wirksamkeit belegt, wobei Fingolimod sogar im direkten Vergleich deutlich besser wirkte als die bisher gebräuchlichen Arzneien. Wie einer Zusammenfassung im Deutschen Ärzteblatt zu entnehmen ist, ist ein Nachteil der beiden neuen Medikamente jedoch, dass sie das Immunsystem massiv beeinflussen und dadurch offenbar Infektionen mit Herpesviren ausbrechen können. Zwei dieser Infektionen verliefen in den Studien tödlich, außerdem wurden Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Hautkrebs und andere mögliche Nebenwirkungen registriert.
  • Wer einen Schlaganfall überlebt müsste gewarnt sein und alles tun, um den zweiten Hirninfarkt zu verhindern, sollte man meinen. Dennoch nehmen nach zwei Jahren bis zu 55 Prozent der Patienten vorbeugende Medikamente nicht mehr ein, berichten schwedische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Stroke.
MSimm
Journalist für Medizin & Wissenschaft

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